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Mittwoch, 8. April 2015

Quasi Endspurt

Ich wollte gerade diesen Blogeintrag mit irgendetwas im Sinne von „Mal wieder ist es viel zu lange her, dasss ich mich gemeldet habe“ anfangen, als ich feststellen musste, dass das grob auch schon letztes Mal der Anfang meines Eintrages war – ich bin wirklich nicht gut im Blog schreiben, aber irgendwie zieht die Zeit nur noch an mir vorbei. Ich weiß noch, wie wir am Anfang immer die „große Reise“ im Kopf hatten und uns dachten, dass dann unsere Zeit in Indien quasi vorbei sei. Tja, übermorgen sitzen Ava und ich im Flieger nach Kalkutta. Ich werde versuchen, nicht jetzt schon wehmütig vom Abschied zu reden und fülle nur ein bisschen die Lücken, was hier in letzter Zeit so los war.
Um ehrlich zu sein, ist das nicht allzu viel. Von der ohnehin überschaulichen Anzahl an Schülern, die wir morgens im Mädelsheim hatten, haben uns zwei verlassen. Saleem, der Junge aus dem Slum, ist umgezogen und Sonu’s Mutter war auf einmal der Meinung, dass es besser wäre, wenn Sonu wieder zu Hause wäre und auf der Straße rumlungert, anstatt für die erste Klasse vorbereitet zu werden. Wir mussten leider einsehen, dass da sogar Sister Lisy, die Leiterin des Heims, machtlos war, sahen aber auch keinen Sinn mehr darin, zu zweit dort aufzukreuzen. Stattdessen haben wir uns jetzt immer täglich abgewechselt. Zunächst war es noch ganz nett, mal wieder etwas Zeit morgens für sich zu haben aber langsam fiel einem dann doch wieder die Decke auf den Kopf, weshalb wir uns in einem Fitnessstudio angemeldet haben. Ok, ich weiß, das ist jetzt nicht gerade der Sinn eines FSJs, aber mit dem allumgebenden Reis hier, tut es dann doch ganz gut mal seinen Inder-Belly etwas abzutrainieren. Hinzu kommt, dass das Studio direkt gegenüber von einem anderen Projekt, von Freunden von uns liegt, so dass wir da in letzter Zeit ab und zu mal unter die Arme greifen konnten.
Tja, ansonsten ist außer einem Wochenendtrip nach Madurai und einem nach Hampi nichts weiter gewesen. Die MPS kids sind schon seit knapp zwei Wochen wieder zu Hause, die Don Bosco Jungs waren zwischenzeitlich zu Hause und sind jetzt auf einer Art Feriencamp in Bangalore, bei Father’s Familie und Ava ist, seit ihre Familie vor zwei Wochen gekommen ist, mit eben dieser unterwegs, was mich als einsame Zurückgebliebene an der MPS lässt – zusammen mit ein paar armen Schluckern aus der 9. und 11. Klasse die jetzt schon mal den Stoff von nächstem Jahr für die Prüfungen machen müssen, damit sie ihn dann besser verstehen – oder so. Indische Logik, fragt mich nicht...
Immerhin war ich die ganze Zeit fast täglich im Fitnessstudio, hab mir am Karfreitag einen dreistündigen Gottesdienst auf Kannada angehört (Yay!) und hab mich bis zu diesem Moment erfolgreich vorm Packen oder Blogschreiben gedrückt. Jetzt gehts dann aber doch langsam mal los und das Packen wird unausweichlich. Sieben Wochen Bagpacking im indischen Norden, ich bin gespannt...
P.S.: Wer gerne grob wissen will, wo ich in nächster Zeit so sein werde – auch wenn ich das eigentlich selber noch nicht weiß -, die Reiseroute wird in etwa folgende sein:
Kalkutta – Darjeeling – Varanasi – Agra – Rishikesh – Amritsar – Delhi – Jaipur – Jodhpur – Jaisalmer – Mumbai – Pune – Goa – Mysore. Bzw. mal gucken, wie weit wir kommen...
P.P.S.: Ach und wir hatten nen Unfall mitm Roller, weil ein betrunkener Rikschawfahrer der Meinung war, in uns reinfahren zu müssen, aber alles gut :)

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