Mysore Market

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Samstag, 30. Mai 2015

Wieder da

Ich kanns selber noch nicht ganz glauben, aber unsere Reisezeit ist schon wieder rum. Letzten Sonntag sind Ava und ich nach sechs unglaublichen Wochen Reisen wieder in Mysore angekommen.
Mir fällt gerade auf, dass es echt schwer ist, zu überlegen, was ich als ersten erzählen will. Wir haben so viele unterschiedliche Sachen gesehen und erlebt, dass alles irgendwie zu einem großen Wirrwarr aus Gutem und Schlechten wird. Wir waren in 13 verschiedenen Orten, manche davon kleine, traditionelle Städtchen wie Varanasi, wo etliche Hindus täglich ihre Verstorbenen verbrennen, andere waren immer westlicher werdende Großstädte mal mit mehr, mal mit weniger Charme. Wir waren in Rishikesh im Ganges schwimmen, der da tatsächlich noch sauber ist, haben in Darjeeling auf einer Teeplantage selbstgebrannten Reisschnaps getrunken (oder was auch immer das war), wir haben das Taj Mahal gesehen, in Goa den Strand und das Meer genossen und sind in Jaisalmer auf einem Kamel durch die Wüste geritten.
Man hat aber auch mehrmals versucht uns ziemlich über den Tisch zu ziehen, es wurden unzählige Fotos von uns gemacht (ob mit oder ohne halbfreiwilliger Zustimmung), es gab wohl die komplette Zeit kaum eine Sekunde, in der wir nicht von irgendeinem Inder angestarrt wurden und ich wurde mal wieder von einer Rikscha angefahren (vielleicht liegts ja einfach an mir...).
Das alles an sich ist ja eigentlich auch kein Problem, was ich jedoch echt schade finde und was beim Reisen immer präsenter wurde ist die Tatsache, dass ich so lange hier leben kann, wie ich will, ich werde doch immer als Tourist gesehen werden, der die Taschen voller Geld hat und anscheinend keine funktionierende Gehirnzelle besitzt. Oder warum sonst sollte jemand versuchen uns einen Trip zunächst für 800 Euro(!!) zu verkaufen, dann auf 300 runter gehen und dann noch zu labern, wir sollten uns ja von keinem verarschen lassen und müssten aufpassen, während er weiß, dass wir seit neun Monaten in Indien sind, schon etliche Zugfahrten hinter uns haben und der Trip einzeln gebucht nicht mal an 50 Euro rankommt.
Solche Sachen sind dann doch recht frustrierend. Während es am Anfang noch ein gutes Gefühl gab, zu wissen, wenn einer einen verarscht, wünscht man sich so langsam, dass die auch raffen, dass mans weiß. Ich bezweifle jedoch mal, dass ich das noch miterleben werde.
Naja, seit Sonntag sind jetzt meine Eltern zu Besuch und erproben sich am indischen Chaos, das man hier Alltag nennt. Ich muss sagen, sie schlagen sich ganz wacker.
Also bis bald,
Liebe Grüße auch von Maman und Daddou,
Hannah