Mysore Market

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Sonntag, 21. Dezember 2014

Indischer Alltag / Indian everyday life

Mal wieder ist es schon Ewigkeiten her seit meines letzten Blogeintrags. Das liegt daran, dass hier einfach in letzter Zeit alles Alltag ist. Dann ist mir eingefallen, dass ihr ja gar nicht wisst, was Alltag in Indien heißt, deswegen hier mal ein grober Tagesablauf.
*Vorab eine kurze Anmerkung: dies alles sind natürlich nur meine eigenen Beobachtungen und Meinungen - zusammen mit ein wenig Sarkasmus, den ihr hoffentlich alle als solchen erkennt (und ohne den man hier das eine oder andere auch einfach keine 12 Monate aushalten würde ;) ).
Um sechs Uhr morgens klingelt der Wecker – zum ersten Mal. Nach dem vierten Mal auf den snooze button drücken muss sich dann mal langsam einer von uns ins Bad begeben (ca. 2m2 mit Toilette und Wasserhahn für Duschwasser), um den Heizstab für warmes Wasser anzuschalten. Mit der Aussicht auf eine sonst extrem kalte Dusche, die jede Ice-Buckett-Challange lächerlich aussehen lassen würde, findet sich dafür dann auch immer noch genug Motivation.
Um 7:45 ist dann Zeit für Morning-Prep. Hier sollen die Internatsschüler theoretisch Hausaufgaben machen und lernen und wir, als kompetente Lehrkräfte, sollen dabei helfen. Anscheinend wird jedoch im Unterricht oft vergessen, dass erstmal Hausaufgaben aufgegeben werden müssten. Stattdessen sitzen jeden Morgen 26 Jungs aus der 1. bis zur 5. Klasse vor mir und haben nichts anderes zu tun als zu reden und zu malen, was mich mit der undankbaren Aufgabe stehen lässt, sie zu ermahnen leise zu sein und sie abermals darauf hizuweisen, dass das Malen während Prep-time neuerdings nicht erlaubt ist – dass das die einzige einigermaßen sinnvolle und vor allem ruhige Beschäftigung wäre, wollen einige Lehrer leider nicht einsehen und so versuche ich meine Prinzipien nicht völlig über den Haufen zu werfen, ohne dabei die Arbeitsweisen der indischen Lehrer anzugreifen. Leichter gesagt als getan, wenn die Oberaufsicht der Prep schon beim kleinsten Mucks mit erhobenen Linial ins Klassenzimmer kommt, die Schüler aber trotzdem nur leise sind, wenn dieses schon mehrmals zum Einsatz kommen musste. Naja, da arbeiten wir noch dran.
Nach der Prep, gegen 8:45 gehen wir möglichst unauffällig an der Morning Assembly vorbei – die können wir mittlerweile eh schon Wort für Wort auswendig – um uns für den Rest des Tages vorzubereiten. Der beginnt um ca 9:15 damit, dem Bus hinterherzurennen – es konnte uns bis zum heutigen Tag noch keiner auch nur annäherungsweise sagen, wann hier Busse in die Stadt fahren –und sich dann, nachdem man sich erfolgreich reingequetscht hat, von gut der Hälfte der Insassen für die komplette, halbstündige Fahrt anstarren zu lassen. Wenn man einigermaßen gut drauf ist, lässt sich das zu dem Spiel umändern, wer zuerst wegguckt – gegen das ziemlich ungenierte Gucken der Inder ist meine Gewinnerquote da jedoch verschwindend gering.
Nach einem mittlerweile schon fast täglichen Stopp beim „Saftladen“ unseres Vertrauens am City Bus Stand (CBS), geht es weiter mit dem Bus, wieder eine halbe Stunde nach Hanumanthanagar, wo das Mädelsheim ist.
Dort angekommen werden wir immer erst einmal mit einer Tasse Kaffee begrüßt - richtiger Kaffee, nicht diese Tasse Zucker mit Milch und einem Schuss Kaffee, die die Inder sonst immer trinken. Gegen 11 Uhr begeben wir uns dann nach oben, wo Ammuja und Sonu, die zwei Jüngsten des Heims schon auf uns warten. Gelegentlich ist auch Saleem dabei, ein Junge aus den Slums. Der kommt allerdings nur, wenn man ihn holt, wofür die Schwestern nicht immer Zeit haben, was aber Ava und ich in Zukunft übernehmen werden. Bis zum Mittagessen um 13 Uhr bringen wir dann Englisch und Mathe bei. Es ist ziemlich krass zu sehen, wie zwei Vier- und Fünfjährige Mädchen, die quasi von Anfang an in einem Heim leben, so viel mehr wissen und schneller lernen, als ein Zehnjähriger, der sein ganzes Leben in Slums gelebt hat. Es ist dafür aber um so schöner, einzelne kleine Erfolgserlebnisse beobachten zu können.
Nach einer guten Portion Reis zum Mittag ist wieder Busfahren angesagt, wieder erstmal zum CBS – die Mysorianer kennen einfach keine andere Route, egal wohin – und dann nach Kuvampunagar, zum Jungsheim. Dort sollen wir eigentlich Father Peter, dem Leiter des Jungsheims, und seiner Schwägerin Deutsch beibringen und auch Sister Lisy, vom Mädelsheim, wollte ursprünglich mal Deutsch lernen, da Father und Sister viel mit Leuten in der Schweiz zu tun haben. Die einzige, die wirklich dabei ist, ist aber nur Fathers Schwägerin und so wird der Unterricht oft „heute mal ausgelassen“.
Stattdessen kriegen wir eine Tasse Kaffee in die Hand gedrückt und wir widmen uns anderen Aufgaben, wie zum Beispiel die Krippe für Weihnachten neu zu dekorieren. Gegen 16:30 kommen dann die Jungs aus der Schule wieder, denen wir dann auch noch etwas Englisch beibringen. Ich glaube zwar, dass sie hauptsächlich durch unsere bloße Anwesenheit Englisch lernen und dadurch, dass wir uns einfach mit ihnen unterhalten, aber das Ganze soll ja ein bisschen nach was Offiziellem aussehen – obwohl ich mir da auch nicht ganz sicher bin wie gut das klappt. Wir sind dann halt doch immer noch die Akkas (große Schwestern), mit der man am Wochenende im Park Verstecken spielt.
Um sieben rum geht es dann wieder mit dem Bus nach Hause, wo wir dann mit den Jungs aus der 5. und 6. Klasse noch Fangen spielen oder im Regen ein Wasserschlacht machen – minimal sinnlos, aaber witzig.
Bis auf das viele Bus fahren macht das alles echt Spaß – aber wer weiß, vielleicht besitzen wir ja nächsten Monat um diese Zeit schon einen Roller...
Jetzt ist aber erstmal Weihnachten am Strand angesagt. Na gut, es wird wahrscheinlich mehr Strand als Weihnachten aber da muss man wohl Kompromisse machen ;) Immerhin haben wir jetzt endlich jemanden im Besitz eines Ofens gefunden – für die Zubereitung des allgegenwärtigen Reises braucht man halt keinen – und werden wenigstens für den 4. Advent noch Weihnachtskekse backen.
In diesem Sinne frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!!
*Nachtrag, 4. Advent: Der „Ofen“ hat sich als Mikrowelle entpuppt, aber mit Gradeinstellung und allem drum und dran. Wer kann schon von sich behaupten, einigermaßen akkzeptable Weihnachtsplätzchen in einer Mikrowelle gebacken zu haben?

Once again, it has been ages since my last blog entry. That’s because we are slowly really getting settled and simply participating in the Indian everyday life but since you don’t know what the “everyday life in India” means, I thought I’d give a short summary of what we do each day.
*I should mention up front, that none of this should be related to the ICJA or the ICDE or any of those organizations. These are just my own observations and experiences – together with a little sarcasm, which you will hopefully be able to identify as such (and without which it sometimes would be impossible to survive in this country for 12 months ;)).
The alarm goes off at six o’clock in the morning – for the first time. After about 4 times of hitting the snooze button, one of us eventually has to get up to turn on the immersion heater for hot water. The alternative being an ice cold shower which would make any ice-bucket-challenge look ridiculous, we usually put together enough motivation.
At 7:45 it’s time for Prep-time. This is where the boarding students are supposed to do their homework and study and we, as part of the teaching faculty, are shall help them. However, it seems that during class time many teachers forget that they first have to give homework at all. Instead, I have 26 boys from 1st to 5th standard in front of me, not having anything else to do but talking and drawing which leaves me with the undesired job of telling them over and over again to be quiet and reminding them that drawing is not longer allowed during Prep-time – apparently some teachers don’t want to accept that this would be the only good occupation which would also keep them quiet. So I’m left trying to keep my principles without insulting the Indian teacher. Easier said than done when there is always a teacher outside of the classroom who will come inside when there is the slightest sign of disturbance, often already with a risen scale – even more so when the students only listen to you if the scale has already come to use several times. Well, we are working on that.
After Prep, around 8:45 we quietly walk past the morning assembly – by now we know it by heart anyways – to get ready for the rest of the day. This one starts with running after the bus – till the present day none could even give us an approximate answer as to when the buses come – and if we have successfully squeezed us in, having at least half of the people in the bus staring at us for the entire 30 minute ride. If you are in a good mood you can make a game out of it ‘who looks away first’ – against the shameless Indian staring, however, my winning percentage is pretty low.
After half an hour we reach the City Bus Stand (CBS) from where we have to take another bus to Hanumanthanagar where the girl’s home, Roshini, is.
There we are always being welcomed with a black cup of coffee – real coffee, not the cup of sugar with milk and some coffee Indians usually drink. At around 11 o’clock we go upstairs where Sonu and Ammuja, the two youngest girls from the home are already waiting for us. Every now and then there is also a boy from the slums, Saleem, but he won’t come if none picks him which the sisters don’t always have the time for. Starting next year, Ava and I will also do that.
Until lunch, around one o’clock we teach them some English and math. It is sad to see how two four- and five-year-old girls that spent most of their lives in an orphanage, know so much more and pick up new things much faster than a ten-year-old boy that spent his entire life in the slums. At least it makes a small success an even greater achievement. It is also nice to see how he is really eager to learn as much as he can through this opportunity.
After a full plate of rice we take the bus once again to the CBS – the Mysurians don’t seem to know any other route wherever they go – and from there to Kuvampunagar, to the boy’s home.
We were originally supposed to teach German for Father Peter, the director of the boy’s home, and his sister-in-law and also Sister Lisy, from the girl’s home wanted to learn German because Father and Sister frequently are contact with people in Germany and Switzerland. However, the only good student is Father’s sister-in-law, which is why we “shall skip German class today” more and more often.
Instead we get another cup of coffee and we take care of other projects such as redesigning the Christmas crib. At about 4:30 pm the boys come home from class and after they had some playtime we start our English class. I still think they learn the most from us just being there and talking to them but I guess we have to make it look somewhat official – although I’m not quite sure how well that’s working out. After all we are still their Akkas (big sisters) with whom the play hide and seek in the park.
Around seven o’clock we take the bus back home where we do running races with the boys from 5th and 6th standard or water hose fights in the rain – quite useless but nonetheless funny.
Except of the three hours we spend in buses each day, we are having a great time but who knows, maybe we will have a scooter soon…
For now, however, we are more or less looking forward to Christmas at the beach. It will probably be more being at the beach than Christmas but I guess that’s just a compromise we have to make ;) At least we finally found someone with an oven – not a common equipment since it’s not needed for the everyday preparation of rice – and we will make some Christmas cookies for the fourth Sunday of Advent.
So, merry Christmas and a happy new year!
*Addendum, fourth Sunday of Advent: The “oven” turned out to be a microwave oven but with baking options and all the trimmings and I mean who can say about himself that he has already made Christmas cookies in a microwave?

Samstag, 8. November 2014

Jog Falls, Desara, Kerala, Hampi &What Don Bosco

Ich poste jetzt wenigstens mal Bilder, weil ich irgendwie nicht zum schreiben komme. Nur ein paar Worte zu Don Bosco, das "Feriencamp" war super! Wir hatten für die Vormittage immer eine Aktion vorbereitet. Da haben wir zum Beispiel Freundschaftsbänder geknüpft, Knete selber hergestellt und Masken gestaltet. Nachmittags sind wir dann meistens raus und haben Völkerball gespielt. Es hat jedenfalls total viel Spaß gemacht und die Kinder sind auch echt super. Wir werden jetzt auch dauerhaft dort arbeiten. Tagsüber werden den jüngsten Mädchen und noch ein paar Kindern aus den Slums Spoken English und etwas Mathe beibringen und abends sind wir dann bei den Jungs und machen mit denen auch noch Englisch. Außerdem wollen Father Peter und Sister Lisy, die Leiter der beiden Heime unbedingt Deutsch lernen, wofür wir jetzt auch noch jeweils eine Stunde einplanen.
Wir bleiben aber bei der Mysore Public School wohnen und machen weiterhin morgens mit denen Studytime. Alles in allem ist es so jetzt echt perfekt :)




Chinesische Fischernetze in Kochi
Backwaters in Allepuzha


Varkala
Varkala


Jam Session in Hampi


What's on the cake? - Our eyes! 

Sonntag, 19. Oktober 2014

Desara holidays

Auf unserem Vorbereitungsseminar für unser FSJ wurde uns gesagt, dass wir auf Blogs und ähnlichem immer möglichst neutral schreiben sollten und nie etwas schlecht reden sollen, nur weil wir es einfach nicht so toll fanden. Deswegen sagen wir einfach mal die Desaraprozession war nicht das, was wir erwartet hatten. Also es waren geschmückte Elefanten dabei und die sahen echt cool aus und da waren auch ein paar echt gute Tänzer... Es waren auch echt viele Leute da und wir waren extra früh gekommen um noch gute Plätze zu bekommen. Wir hatten dann auch echt viel Platz – in indischen Dimensionen hätten noch mindestens 10 Leute in die Mitte unseres Kreises gepasst – und das Wetter war auch super... aber sind wir mal ehrlich es war einfach ein leicht chaotischer Karnevalsumzug. Warum dafür Menschen aus dem ganzen Land angereist kommen, ist uns allen nicht ganz klar geworden, aber gut.
Desara war damit abgehakt und das hieß, dass es Zeit für unseren Backpackingtrip nach Kerala war. Am Abend des 5. Oktobers haben wir uns also mit einem Nachtbus auf den Weg nach Kochi gemacht. Nach einer ca. 11 stündigen Fahrt sind wir am nächsten morgen im Stadtteil Ernakulam angekommen – gar nicht mal so k.o., da wir nach ein paar Missverständnissen ziemlich kurzfristig nur noch Tickets für einen etwas teureren und dafür deutlich bequemeren Bus bekommen hatten. Von Ernakulam ging es dann mit der Fähre weiter nach Fort Cochin, das deutlich mehr an Touristen gerichtet ist. Fort Cochin war wirklich schön, mit lauter kleinen Schmuckläden und abends haben wir am Strand den Sonnenuntergang genossen und uns die chinesischen Fischernetze angeguckt. Am nächsten Tag haben wir uns noch in Mattancherry, im jüdischen Viertel, den Palast und die Synagoge angeguckt – beides nicht übermäßig beeindruckend, aber damit war wenigstens der kulturelle Teil unseres Aufenthalts in Kochi abgedeckt – und dann ging es auch schon weiter nach Alappuzha.
Eigentlich wollten wir dort Freunde unseres Direktors besuchen, die waren aber dann doch gar nicht zu Hause. Zunächst etwas genervt von der indischen Planung waren wir doch relativ schnell wieder versöhnt, als wir ein sehr schönes und relativ günstiges Hotel direkt am Strand gefunden haben. Nach einem kurzen Gang ins Meer haben wir uns noch sehr nett mit ein paar Deutschen unterhalten und haben es einfach genossen am Meer zu liegen.
Am nächsten Morgen mussten wir schon wieder umdisponieren, da die Fähre, die wir ursprünglich weiter nach Kollam nehmen wollten, momentan gar nicht fährt. In Kollam wollten wir eigentlich eine Tagestour auf den Backwaters machen, das haben wir dann einfach kurzerhand doch von Alapuzha aus gemacht. Wir haben uns also vier Stunden lang in einem Kanu durch die Gewässer schippern lassen. Eigentlich hätten wir auch gerne ein Hausboot genommen, die sind aber echt teuer und die kurze Tour war dann auch echt entspannend. Die Tour bildete aber auch schon wieder das Ende unseres Aufenthalts in Alapuzha und so ging es weiter nach Varkala. Dort hatten wir ursrpünglich nur einen Tag eingeplant, auf Grund der Planänderungen und weil es uns in Alapuzha wärmstens empholen wurde, haben wir dann aber doch für zwei Nächte ein Zimmer genommen – sehr gute Entscheidung. Varkala ist wirklich wunderschön, obwohl oder vielleicht auch gerade weil es eher touristisch ist. Ich muss gestehen, dass wir uns während unseres Urlaubs doch ein bisschen nach westlichen Ecken umgeschaut haben. In gewisser Hinsicht war es ein bisschen ein Urlaub vom indischen, denn so schön und faszinierend dieses Land auch ist, manchmal ist es einfach echt anstrengend.
In Varkala haben wir uns also eigentlich nur in der Touristenregion aufgehalten, die oben an ein paar „Klippen“ entlang liegt, von wo aus man über Treppen zum Meer gelangt. Dort entlang sind wir dann auch zu einem Tempel gegangen, der einzigen wirklich Sehenswürdigkeit in Varkala. Da wir aber keine Hindus sind, durften wir nicht rein und von außen sah es jetzt nicht gerade spektakulär aus. Dafür blieb uns umso mehr Zeit uns an den Strand zu legen und einfach nichts zu tun – irgendwie klingt das im nachhinein so, als hätten wir die ganze Zeit so gut wie gar nichts gemacht, zu der Zeit fanden wir es aber echt anstrengend, immerhin waren wir innerhalb von 6 Tagen in 5 verschiedenen Orten.
Am Freitag ging es morgens weiter nach Thiruvananthapuram, der Hauptstadt von Kerala. Dort hatten wir das erste mal Probleme, ein Hotelzimmer zu finden, und als wir endlich eins gefunden hatten, war das unser schlechtestes und teuerstes zugleich, aber ich schätze so ist das in Städten nunmal. In Thiruvananthapuram (oder auch Trivandrum) stand der Zoologische Garten auf dem Plan. Ähnlich wie der Mysore Zoo war der auch fast Dschungelartig angelegt, was ich wirklich schön finde, lange im Zoo ausgehalten haben wir es trotzdem nicht. Die Inder sind nämlich nicht gerade die freundlichsten Zoobesucher und irgendwann konnten wir uns das An-die-Scheiben-Klopfen und die vielen Rufe, der Tiger solle doch endlich mal was machen, nicht mehr anhören und sind dann – wer hätte es gedacht – in ein möglichst westliches Cafe geflüchtet.
Der nächste Morgen brachte dann schon unseren letzten Tag unserer Reise mit sich. Auf unserem Weg nach Kanyakumari, dem südlichsten Punkt Indiens, haben wir noch einen Zwischenstopp in Thuckalay eingelegt, um dort einen weiteren Palast zu besichtigen. Hier waren wir mal wieder ein wenig von der indischen Geschäftemacherei beeindruckt (man könnte auch genervt sagen), denn neben der Eintrittskarte kamen noch ein Ticket für die Kamera und ein Gebühr für das Aufbewahren von Schuhen und Rücksäcken dazu. Das wir kein Problem damit gehabt hätten die Rücksäcke mitzunehmen war natürlich egal. Naja, war trotzdem nett. In Kanyakumari haben wir uns dann noch ein paar Memorials angeguckt und dann war unsere Reise auch schon zu Ende, zumindest der angenehme Teil. Vor uns lag nämlich noch eine 13-stündige Zugfahrt nach Bangalore, die auf Grund mechanischer Probleme auf 16 Stunden verlängert wurde. Von Bangalore waren es dann noch weitere 3 Stunden nach Mysore, wo wir völlig k.o. aber immerhin pünktlich zum Abendessen ankamen.
*Ich brauche immer Ewigkeiten um so einen Blogeintrag hochzuladen weshalb unsere Reise jetzt schon wieder 6 Tage her ist und das Feriencamp bei Don Bosco auch schon längst begonnen hat, aber davon Berichte ich dann doch lieber wann anders sonst wird das hier gar nichts mehr.

During our preparation camp in Germany we were told to keep our blogs as neutral as possible and that we shouldn’t let something look bad just because we didn’t like it. So let’s just say the Desaraprocession was not the way we expected it to be. Well, there were decorated elephants which looked pretty cool and there were also some pretty good dancers… It also was a very big event and we had come early so we would get some good spots to watch the procession from. We actually had a lot of space for ourselves – in Indian measurements, there would have fit at least ten more people – and the weather also was really good… but let’s be honest, it wasn’t more than a slightly chaotic Carnival show. I don’t think I will ever understand why people come from all over India just to see this but oh well.
So that was it for Desara which meant it was time for our backpacking trip to Kerala. We took yet another nightbus on Sunday the 5th and arrived in Kochi after an 11 hour bus ride – maybe it wasn’t too bad after all that we had booked a more expensive but also much more comfortable bus due to a lack of availability of cheap ones. The bus only stopped in Ernakulam, one part of Kochi, from where we took a ferry to Fort Cochin, the touristic part of Kochi. Fort Cochin is really nice with one jewelry shop next to another one and in the evening we went to the beach to enjoy the sunset and have a look at the Chinese fisher nets. On Tuesday we went to Mattancherry, the “Jewish district” where we visited one synagogue and a palace – both not really overwhelming but at least we had worked off our list of cultural activities for Kochi – and then we already moved on to Alapuzha.
In Alapuzha we were meant to meet some friends of our principal’s but it turned out that they were out of town that day. First a little annoyed by Indian planning, we had no problem forgetting about that, when we found a pretty cheap and very nice hotel right next to the beach. We even went swimming in the ocean and then simply watched the sunset and relaxed.
On Wednesday we again had to change our plans because the ferry which we wanted to take to Kollam, isn’t going out these days. In Kollam we originally wanted to make a daytrip on the Backwaters but without the ferry we just did this, starting from Alapuzha. There are all kinds of offers for backwatertours but we settled for a four-hour-kanu-tour – which also included a “driver” so all we had to do was lay back and enjoy the beautiful landscape. With the end of the tour, also our stay in Alapuzha came to an end and we moved on to Varkala. Originally we only had planned to stay there for one day but due to all the plan changes and because we were told it is totally worth it, we booked a room for two nights – right decision. Varkala is really nice also despite the fact – or maybe even due to the fact that – it is pretty touristic. I have to admit that we kept our eyes open for western places during our trip because even though India is really nice and I like it a lot, it also sometimes gets really tiring and in some ways these holidays were a break from India for us.
So in Varkala we only stayed in the touristic region on top of some “cliffs” right next to the ocean which you can reach by several stairs. We went down there and took a walk to a Hindu temple, the only actual sight in Varkala. However, since we aren’t Hindus we weren’t allowed inside and it wasn’t quite as spectacular from the outside as the travelling guide had said. It was ok though because it meant more time for relaxing at the beach – it kind of sounds as if we didn’t do anything at all during these holidays but at the time it seemed like a lot and after all we visited 5 places in 6 days.
Anyways, on Friday we travelled to Thiruvananthapuram, the capital of Kerala. There it was the first time that we had trouble finding a hotel room and in the end it was the worst and at the same time the most expensive one we had during our entire trip but that might be because it’s a bigger city… oh well.
In Thiruvananthapuram (or Trivandrum) we had planned to go to the zoo. Similar to the Mysore zoo, it looks a little bit like a jungle which I really liked but still we couldn’t stay in the zoo for too long. We came to the conclusion that Indians aren’t the nicest zoo visitors and eventually we got tired of all the knocking-on-windows and shouting, telling the tiger to “do something” and we fled into a quiet – of course – western café.
With the next morning the last day of our trip had started. On our way to Kanyakumari, the most southern point of India, we made a quick stop in Thuckalay to visit another palace. At the palace we were shown once more that Indians can make a business out of anything because besides the ticket we also had to buy a ticket for the camera and we had to pay a fee so that they would store our shoes and an extra fee for our backpacks. The fact that we wouldn’t have had any problem carrying or backpacks along with us didn’t matter. Oh well, at least the palace was pretty nice.
In Kanyakumari we looked at several memorials and that was already the end of our journey – at least the enjoyable part. We still had a 13 hour bus ride to Bangalore in front of us which was stretched out to 16 hours due to some technical difficulties. Then there was another 3 hour train ride from Bangalore to Mysore where we arrived completely exhausted and tired but at least just in time for dinner.
*I always need a lot of time until I finally finish an article which is why it’s already been 6 days since we returned from our trip and the holiday camp in the orphanage already started but I will write about that another time.

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Bangalore and Jog Falls - and now holidays^^

Die Zugfahrt nach Bangalore hat ohne Probleme geklappt. Dort angekommen war eigentlich nichts besonderes geplant. Wir sind spontan in die National Gallery of modern arts gegangen und haben dort eine kleine Führung mitgemacht. Die Ausstellung ist noch ziemlich neu und klein aber es war echt interessant, weil es darum ging, wie indische Künstler versucht haben einen „indischen Stil“ zu finden und man hat sehr eindeutig die verschiedenen Einflüsse von zum Beispiel England auf der einen Seite und dann der ostasiatische weiche Stil auf der anderen gesehen. Wir konnten die Fürhrung leider nicht bis zum Ende mitmachen, weil wir noch essen gehen wollten bevor wir abends mit ein paar Freunden der Bangalore-Leute feiern gegangen sind. Das war nach so langer Zeit echt mal wieder cool obwohl ich gegen Ende echt ko war angesichts der Tatsache, dass ich um 5 Uhr morgens für den Zug nach Bangalore aufgestanden war.
Am Sonntag haben wirs dann doch eher langsam angehen lassen und sind nur ein bisschen durch die Stadt gelaufen. Ich muss sagen, ich bin doch recht froh in Mysore und nicht in Bangalore zu sein. Denn im Vergleich zum eher traditionelleren Mysore ist Bangalore eigentlich eine westliche Großstadt allerdings mit dem indischen – recht niedrigen – Standard an Sauberkeit auf öffentlichen Straßen.
Zurück in Mysore erwartete mich der altbekannte, ereignislose Alltag mit Prep-time und Kannada Unterricht. Am Donnerstag sind wir dann aber tatsächlich mit unserem Direktor zum Kinderheim von Don Bosco gegangen, wo wir vom 16. bis zum 23. Oktober eine Art Feriencamp für die Kinder gestalten werden. Das war echt superschön. Die Atmosphäre war richtig angenehm, allein die Tatsache, dass sie ihre Einrichtung extra „home“ und nicht „orphanage“ nennen fanden wir total nett. Die Kinder haben sich auch sichtlich wohl gefühlt und Ava und ich wären am liebsten gleich dageblieben. Trotzdem wird es auch anstrengend sich um 40 Jungs und 25 Mädchen zu kümmern, aber freuen uns darauf, endlich was zu tun zu haben.
Letztes Wochenende sind wir mit anderen Freiwilligen nach Shimoga gefahren um von dort zu den Jog Falls zu gehen, angeblich die zweitgrößten Wasserfälle Indiens. Es war ein echt gutes Wochenende, aber auch echt anstrengend. Wir sind nämlich Freitag abend um 11 mit der günstigsten – und dementsprachend unbequemsten -  Nachbusvariante losgefahren und sind um halb 5 am nächsten Morgen in Shimoga angekommen. Dort waren allerdings die meisten Hotels schon ausgebucht und es ist generell schwer für fünfzehn Leute ein Hotel zu finden. Nach einigem hin und her sind wir zwei Stunden weiter nach Sagar, richtung Jog Falls gefahren. Dort hat uns ein Hotel ein großes Zimmer gegeben mit 15 dicken Yogamatten, nicht übertrieben bequem aber immerhin praktisch und günstig.
Wir sind dann also zu den Jog Falls. Allerdings haben wir anscheinend doch die Hauptsaison verpasst, denn allzu groß waren sie jetzt nicht und die Treppe, die zum Fuß der Wasserfälle führte war leider gesperrt. Aber es war trotzdem ein sehr schöner Nachmittag.
Am Sonntag wussten wir erst nicht recht, was wir machen sollen, weil wir festellen mussten, dass es sonst nicht allzu viel dort zu tun gab. Wir sind dann in den nächsten Bus zurück nach Shimoga und haben sie gebeten uns einfach in irgendeinem netten Dorf auszusetzen. Dort haben wir uns an einem Feldweg unter einen Baum gesetzt und haben gepicknickt und sind ein bisschen durch Reisfelder gelaufen. Das war richtig cool. Allerdings sind dann immer mehr Leute aus dem Dorf gekommen und haben uns zugeguckt. Irgendwann hatten wir das Gefühl, dass das halbe Dorf um uns rum steht. Auf der einen Seite ist das manchmal echt anstrengend, wenn die einen tausend Fragen stellen und die anderen heimlich Photos machen auf der anderen Seite war es echt süß, wie die Frauen mit ihren Kindern in den Türen standen und uns zum Abschied gewunken haben. Alles in allem wars aber ein cooles Wochende von dem wir Montagmorgen halb tot zurückgekommen sind.
Am Dienstag hatten die Kinder hier ihren letzten Schultag und nachmittags wurden alle abgeholt. Morgen gehen dann auch noch die Lehrer und dann sind abgesehen von ein/zwei Köchen und ein paar Leuten aus dem Büro nur noch Ava und ich hier. Das wird echt seltsam, aber wir gehen dann ja auch reisen und am Samtag wollen wir uns die Hauptprozession des Desara Festivals angucken, für das Leute aus ganz Indien nach Mysore kommen. Im Vergleich zu unserer bisherigen Zeit hier werden wir jetzt also echt viel zu tun haben - wir verabschieden uns also schonmal von unserem täglichen Mittagsschlaf...^^



The train ride to Bangalore was no problem at all. However, we hadn’t really planned anything so we spontaneously decided to go to the National Gallery of Modern Arts. Even though the gallery is still pretty new and not that big, it was quite interesting because it was about Indian artists trying to establish an “Indian style of art” and you could see the different influences of for example Great Britain on the one side and Eastern Asia on other side, changing throughout the centuries. We even had a guided tour for free but we couldn’t stay till the end because we wanted to go have dinner before we went to a party with some friends of the volunteers, staying in Bangalore. It was a great evening but also a very long day for me so on Sunday we slept in and then just walked through some streets. I’m noticed how glad I am that I’m staying in Mysore and not in Bangalore. Compared to the still pretty ethnic city Mysore with its fruit market and all that kind of stuff, Bangalore is actually like a big Western city, however with the Indian – fairly low – standard of cleanliness on public streets.
Sunday night I returned to my unspectacular life in Mysore with Prep-time and Kannada class. However, on Thursday we went to Don Bosco, where we will do something like a holiday camp for the children starting October 16th till October 23rd. We really loved this place. The atmosphere was so nice and enjoyable and we like the fact that they call it a home and not an orphanage. The kids also seemed to like it there and Ava and I would have stayed there right away. Of course it will be challenging, taking care of 40 boys and 25 girls but we are looking forward to finally having something to do.
Last weekend we went to Shimoga with some other volunteers because we wanted to go see the Jog Falls, which are the second biggest waterfalls in India. It was a great weekend but also very exhausting because we took the cheapest night bus we could find on Friday night at 11 o’clock and we arrived in Shimoga at 5 o’clock in the morning. In Shimoga however we could find any hotels that still had a room free – especially not for fifteen people and so we decided to go to Sagar, a city two hours away from Shimoga on the way to the Jog Falls. There we actually found a hotel that arranged a big room for us that we covered in fifteen thick yoga mats – not too comfortable but at least practical and cheap. From there we went to the Jog Falls where we had to accept that we missed the main season. The falls weren’t quite as big as they could have been and also we weren’t allowed to go downstairs to the bottom of the falls but it was still a very nice view.
On Sunday we first didn’t really know what to do because we noticed that there weren’t many things to do in the closer surrounding but we eventually decided to take a bus back to Shimoga and we told the driver to just drop us off at any nice village on the way. From there we walked into the fields, had a picnic and walked through the rice fields, which was really nice. However, the longer we sat there, the more people from the village came and I swear at some point at least half of the village’s population was standing around us, watching us having our picnic.
On the one hand sometimes it’s really exhausting when one half is asking thousands of questions and the other half is secretly taking pictures of us but on the other hand it was also very cute when the women stood in the doorways together with their children, waving goodbye when we left. All in all it was a very nice weekend from which we returned on Monday morning completely exhausted.
On Tuesday the kids had their last day of school and they were all picked up in the afternoon. Tomorrow also the teachers will leave and then it will be only some people from the kitchen and the office and Ava and I who will be here. That’s going to be very strange but at least on Saturday we will go see the main procession of the Desara Festival for which people from all over India come to Mysore and then we will go travel and we will have the holiday camp. So compared to the time we have spend here so far, we will have a lot going on - we are already saying goodbye to our daily nap…^^

Mittwoch, 24. September 2014

Chamundi Hill und so

Es gibt Menschen die an jede Stufe dieses
Pulver machen
*So ziemlich jeder Kiosk hier


 








Freitag, 19. September 2014

Der erste Monat - eine Bilanz

Jetzt sind schon fast zwei Wochen seit meinem letzten Blogeintrag vergangen und wirklich viel zu erzählen gibt es immer noch nicht. Wir machen immer noch die Prep-time morgens und abends – die letzten Tage jetzt die Fünft- und Sechstklässler, weil die uns unbedingt wollten – und ansonsten hören wir uns ab und zu ein Paar Unterrichtsstunden an, lernen Kannada und versuchen uns die Zeit zu vertreiben. Immerhin hat letzte Woche Montag endlich der Kannadaunterricht für alle ICDE-Freiwilligen angefangen und so lassen wir uns jetzt dreimal die Woche eine Stunde lang irgendwelche Sätze und Laute in Kannada an den Kopf werfen und wackeln dabei schön mit demselbigen. So wirklich überzeugt uns diese Vorgesprochen-und-nachgeplappert-Methode (die hier leider Gang und Gebe zu sein scheint) noch nicht, aber es ist trotzdem gut einen Grund zu haben, raus zu gehen.
*Es scheint wohl doch noch nicht alles verloren zu sein. Die letzte Unterrichtsstunde war nach der Äußerung unserer Zweifel schon deutlich besser...
Mit dem raus gehen werden die hier zum Glück langsam generell lockerer, fürs alleine reisen müssen wir aber wohl noch etwas Überzeugungsarbeit leisten und das möglichst bald. Wir haben nämlich am Freitag mit dem Leiter des Kinderheims geredet, das wir im Oktober besuchen sollen. Da haben die Kinder eigentlich auch vom 3. bis 23. Oktober Ferien und gehen „nach Hause“. Da es sich aber um Halb- und Vollwaisen sind, gibt es oft gar kein richtiges zu Hause und die Kinder sind froh, wenn sie wieder ins Heim dürfen. Deswegen einigen sie sich gerade darauf, die Ferien auf zehn Tage zu verkürzen. Die restlichen zehn, vom 13. bis 23., sollen wir dann einfach so etwas wie ein Feriencamp gestalten.
Für uns sind das gleich zwei gute Nachrichten in einem, denn wenn es so läuft wie geplant, hätten wir am Ende vom Oktober sowohl etwas Sinnvolles geleistet, als auch etwas mehr von Indien gesehen. Das wären dann nämlich eigentlich genau die zwei Dinge, für die ich nach Indien gekommen bin. Vielleicht würde dann auch das Gefühl der Nutzlosigkeit und Überflüssigkeit verschwinden.
Wir haben uns jetzt aber schonmal gesagt, dass wir unsere freie Zeit hier tagsüber wenigstens dazu nutzen, die Umgebung Mysores zu erkunden und so waren wir am Samstag mit ein paar anderen Freiwilligen auf dem Chamundi Hill. Das ist ein Tempel oben auf einem Berg, den man entweder per Bus oder über 1000+ Stufen erreichen kann. Sportlich wie wir sind, haben wir uns für letztere Variante entschieden. Es war zugegebenermaßen  anstrengend bei einer Temperatur von ca. 28°C und einer großen Vielfältigkeit an Stufenhöhen, die von 2 bis 35 cm reichte, aber der Aufstieg hat sich gelohnt - nicht unbedingt für den Tempel oder die touristisch angehauchten Stände auf dem Plateau, sondern viel mehr für einen Aussichtspunkt kurz vor der Plattform, der aus mehreren Felsen bestand, von denen man einen Großteil Mysores betrachten konnte. Dieser wurde auch kurzer Hand als passender Ort für unserer Mittagspause auserkohren – frisches Obst auf einem Felsen in der Sonne liegend essen, nachdem man gerade 1000 Stufen erklommen hat, ist hiermit in die Liste meiner Lieblingsbeschäftigungen aufgenommen worden.
Am Sonntag hatten wir dann endlich mal den ersten Niederschlag den man als Monsunregen bezeichnen könnte. Das war echt schön aber damit ging das Wochenende eigentlich auch schon wieder zu Ende.
Nach drei recht ereignislosen Tagen sind Ava und ich gestern wieder in die Stadt um unser Einmonatiges im Projekt zu feiern. Nur morgens und abends etwas zu tun haben hat auch durchaus seine Vorteile und so sind wir am späten Morgen erstmal richtig schön brunchen gegangen, auf einer Dachterasse eines sonst recht unscheinbaren Restaurants. Ein Stock über dem Gedränge der Straßen haben wir dann unseren ersten schwarzen Kaffee seit Langem genossen und den Rest des Tages haben wir mit shoppen und essen verbacht. Alles in allem ein echt guter Tag.
Wieder im Projekt angekommen kam aber trotzdem wieder Gedanke, warum ich das hier eigentlich mache, warum ich hierfür ein ganzes Jahr „opfere“. Ich hoffe wir kriegen im November endlich eine gescheite Aufgabe, weil ich wirklich verzweifelt nach einer Rechtfertigung suche, die vor allem mich selbst zufrieden stellen soll. Es war immerhin eine Erleichterung von anderen zu hören, dass sie auch nicht viel mehr machen. Ich werde dem Ganzen wohl noch etwas Zeit geben müssen. Morgen gehe ich jetzt erstmal ein paar andere Freiwillige in Bangalore besuchen. Meine erste Zugfahrt in Indien, ich hoffe es klappt alles.... :D

Almost two weeks since my last entry and yet there is not much to tell. We are still helping during Prep-time in the morning and in the evening – now often 5th and 6th standard because they wouldn’t stop asking if we could take them – and besides that we sometimes listen to some classes, study Kannada and waste time with anything we can come up with. At least the Kannada class, for all ICDE volunteers, started last Monday. So now, three times a week, we get some sentences and sounds in Kannada thrown at our heads and respond with some amateur Indian headshaking. As you can tell we are not quite convinced by the Indian way of teaching which we have got to know but it’s still good having a reason to go out some more.
*Actually the class might not be a lost case after all. At least our last session was quite good after we had discreetly mentioned our concerns.
The going-out-part has also become much easier however we still have to do some more convincing on the travelling part especially now that our first holidays might not be too far. We had a talk with the director of the orphanage we are supposed to visit during October. It appears that these kids are supposed to go “home” from October 3rd till October 23rd. However, since they are full and semi orphans they don’t really have a home and they are always glad when they can come back to the orphanage. So now they decided to shorten their holidays till October 13th and for the other ten days we are supposed to organize something like a holiday camp for them.
If everything goes as planned this would be really good news because it would mean that by the end of October we finally would have done something useful and we would also have seen some more of the country and those are basically the two reasons why I’m here. Maybe then I won’t feel as useless anymore.
Until then Ava and I decided to use our free time for exploring our closest surrounding and so, last Saturday, we joined some other volunteers who had planned to visit Chamundi Hill. It’s a temple on top of a hill which you can either reach by bus or by climbing 1000+ steps. We chose the second possibility which was a lot of fun but also quite tiring. A temperature of roughly 28°C and a variety of step heights ranging from 2 to 35 cm didn’t really help but it was definitely worth it – not that much for the temple on top of the hill and the touristic market but rather for the viewing point shortly before that. It simply consisted of some bigger rocks next to the steps but it was really nice sitting in the sun, eating fresh fruits from the market and having an awesome view over a big part of Mysore.
On Sunday we had the first rain which you might call monsoon – not quite mind shattering but very nice but also already brings the weekend to an end.
Yesterday, after three pretty unspectacular days, Ava and I went to the city again to celebrate our one month anniversary in our project. Only having to work in the morning and in the evening definitely has its advantages and so we had a nice brunch on the roof garden of a nice little restaurant and one story over the busy streets we really enjoyed our first black coffee here.
We spend the rest of the day shopping and eating and all in all it was a very nice day.
Back at the project however, I started thinking again, why I’m doing this after all, why I spend an entire year here. I hope we will get something useful to do by November because I really need a reason for myself. At least it gave some condolence, talking to some other volunteers who apparently aren’t doing much more than we are so I guess I will just have to give it some time.
Tomorrow I will visit some volunteers in Bangalore. My first train ride in India, we will see how that goes… :D


Samstag, 6. September 2014

Glücklich

Ich hab zwar schon heute morgen was gepostet aber ich bin grad so glücklich, das wollte ich gerne mit euch teilen. Ava und ich durften heute tatsächlich alleine in die Stadt!! Wir haben uns dann erstmal ne Pizza und Pommes gegönnt. Das indische Essen hier an der Schule ist zwar echt lecker aber wir hatten beide auch mal wieder Lust auf Fast Food.
Danach wollten wir nur kurz in einen Laden für Saris gucken - und haben uns prompt welche gekauft. Da kam leider gleich mal wieder ein Flop, weil uns eigentlich gesagt wurde, dass die passenden Oberteile zu den Stoffen noch heute genäht und abgeholt werden können. Da aber in der ganzen Stadt Stromausfall ist können wir es jetzt doch erst ab Montag abholen, aber naja.
Nachdem wir uns noch einige indische Snacks gekauft haben - mit dem Abnehmen wird das wohl doch nichts - sind wir wieder zu Adil & Azam. Dort haben wir dann noch Ben, einen anderen Freiwilligen aus Deutschland getroffen. Das war echt schön. Ich liebe diesen Stand jetzt schon. Es ist einfach super wenn man eben mal da hin kann und gemütlich nen Chai trinken kann und vielleicht sogar noch andere Freiwillige trifft.
Es war also einfach ein super entspannter Tag, an dem man mal die etwas blöde Situation beim Projekt vergessen konnte. Wir hoffen aber beide echt, dass das noch was mit dem Projekt wird, weil die Leute hier einfach echt super sind. Wir üben uns also noch ein bisschen in Geduld und verbringen möglichst viel Wartezeit in Mysore.


I know I already posted an entry this morning but I'm so happy right now so I wanted to share this with you. Ava and I finally were allowed to go to the city by ourselves!! I have to admit, the first thing we did was eat pizza and french fries but the both of us had a graving for fast food.
After that we just wanted to have a quick look around in a shop for Sarees - and bought some right away. We were a little bumped because we couldn't take them with us right away because the tops had to be stitched first but it's ok.
When we had bought some Indian snacks - I guess I won't lose any weight here - we went to Adil & Azam again and also met Ben, another volunteer from Germany. I really love this place because we can just go there whenever we want and have a cup of chai and relax.
So all in all it was a great day and we could forget the problems at the project for some time.
We hope we can spend a lot of time, of which we are waiting for our duties, in Mysore. I gotta go now, dinner is ready but best regards from India ;)

Freitag, 5. September 2014

Für Papa ;) - leider klappt das mit den Bildern nicht so wie erhofft, deswegen hier wenigstens mal ein paar

Ava und Ich
Azam & Adils Stand
Vor dem Mysore Palace mit "Ma'am"



Mysore Market
Picknick im Zoo



Und jetzt?...

Ich dachte ich meld mich wieder, wenn wir endlich unsere feste Aufgabe haben, worüber wir eigentlich diese Woche mit der Headmistress und dem Direktor reden wollten, aber nach der feinen indischen Art wurde das ein bisschen nach hinten verschoben.... auf November.
Aber von Anfang an, wir hatten uns schon am Montag gewundert, dass die Schüler einfach so zwei Stunde hatten, in der wir sie unterrichten sollten, in einem Prüfungsirrelevantem Fach. Unsere Zweifel wurden bestätigt, als am Beginn jeder Stunde eine Lehrerin vorm Klassenzimmer stand, die eigentlich jetzt diese Klasse unterrichten sollte. Am Dienstag sind wir dann doch mal mit der Computerlehrerin zur Headmistress gegangen, wo wir dann zu dem Schluss kamen, dass das so keinen Sinn macht. Dabei wurde auch unsere Vermutung bestätig, dass die absolut keine Ahnung haben, was sie mit uns machen sollen. Der Direktor, der eigentlich Freiwillige wollte, ist nämlich mittlerweile in Rente und jetzt dürfen wir es ausbaden, dass die dem ICDE nicht sagen konnten, dass sie doch keine Freiwilligen wollen.
Was wir jetzt die nächsten Wochen so machen sollen ist uns auch noch nicht so ganz klar. Wir sind dann heute nochmal zum Direktor – so langsam nervt es echt, dass die nie auf uns zukommen – und der meinte dann nur, wir sollten den September nochmal so weiter machen. Bleibt die Frage, mit was, da wir im Moment wirklich nichts zu tun haben. Mittwoch und Donnerstag haben wir immerhin zwei Lehrerinnen vertreten können aber heute saßen wir nur in ein paar Klassen und haben uns den Unterricht angehört, was zwar auch mal ganz interessant war, aber einen Monat lang?! Bald fangen wohl auch schon wieder Prüfungen an und dann fällt sogar das weg.
So wirklich befriedigend ist das hier alles noch nicht und wir fragen uns echt, was wir hier eigentlich sollen.
Jetzt warten wir also erstmal auf November und hoffen, dass sie sich bis dahin etwas haben einfallen lassen ansonsten weiß ich echt nicht ob das hier noch was wird.


My plan was to write a new entry as soon as we get our fixed task for this year, which we were told we would get this week but, thanks to the fine Indian manner, this was postponed… to November.
But let’s start at the beginning. On Monday, we already wondered how these classes, which we should teach in whatever subject we wanted to, could spare two periods that easily. Apparently this was also the thought of the teachers who were supposed to teach these classes in subjects which are actually relevant to exams. So on Tuesday we went to the headmistress together with one of the computer teachers. We came to the conclusion that this really wasn’t the way it could go for the next months. We also discovered how right we were with our assumption that they had no idea on what they should do with us. The principal who wanted volunteers in the first place retired last year and now we have to sit through the result of them not being able to tell ICDE that they don’t want volunteers anymore.
Now we don’t have any idea what to do over the next few weeks. We went to the principal again today – it’s really getting on our nerves that they never make any effort to talk to us first – and he said we should just keep going with whatever we are doing right now but that would be nothing.
Wednesday and Thursday we at least substituted for two teachers who were absent. Today, however, we just sat in some classes and listened to the teacher which was interesting, sure, but for the entire month?! Also there will be exams starting soon so we won’t even be able to do that then.
This is really frustrating and we keep wondering why we are here at all.
So now we will wait for November and hope that they will have a plan for us by then. Otherwise I don’t know if this will get us anywhere.


Montag, 1. September 2014

Den ersten Unterrichtstag gerade so überlebt...

Übers Wochenende waren wir endlich mal in Mysore. Einmal am Freitag mit der Wardenma’am (ja, so wird die genannt), die sich um die Kinder kümmert, und am Samstag haben wir noch andere Freiwillige getroffen.
Mit der Wardenma’am war es ein bisschen schwierig. Also wir waren beim Mysore Palace, der wirklich sehr schön ist, und hinterher sind wir noch ein bisschen durch die Stadt gelaufen, weil Ava und ich gemeint hatten, dass wir evtl noch ein paar Klamotten kaufen wollten. Während wir uns aber einfach ein bisschen umschauen wollten hatte sie es so verstanden, dass wir unbedingt was kaufen müssten. Das war etwas anstrengend und bis wir sie vom Gegenteil überzeugen konnten wars dann schon Zeit fürs Mittagessen zu dem wir vom Besitzer der Schule (oder so) eingeladen wurden. Dabei hat sich unsere Laune wieder etwas gebessert, da er sich richtig mit uns unterhalten hat, während die meisten anderen hier in entscheidenden Positionen eher ohne uns Sachen besprechen und uns dann nur kurz vor knapp mitteilen, was jetzt der Plan ist. Dabei fühlen wir uns manchmal irgendwie wie kleine Kinder, die keine Ahnung haben.
Diese Beobachtung wurde uns auch am Samstag wieder bestätigt, als die Wardenma’am noch mit uns in die Stadt gefahren ist und erst ging, als wir unsere Freunde gefunden hatten, was leider doch länger gebraucht hatte als geplant. Wir arbeiten darauf hin, nächsten Samstag vll endlich mal ganz allein in die Stadt zu dürfen, mal sehen wie das läuft.
Mit den anderen Freiwilligen sind wir erstmal zu Adil & Azam, die einen kleinen Stand am Markt haben. Sie sind seit Jahren Treffpunkt für ICDE-Freiwillige und nach einem Chai aufs Haus war auch der Stress vom morgen wieder vergessen.
Nachdem wir unmengen von Obst gekauft hatten, sind wir dann zum Zoo, wo wir uns aber ein bisschen selbst wie Tiere im Käfig vorkamen, als ein Vater fragte, ob wir nicht ein Bild mit seiner Tochter machen würden. Der Zoo an sich war aber sehr schön, fast schon Dschungelartig. Ava und ich mussten aber schon früher wieder gehen, da unser Out-Pass (damit wir in die Stadt durften) nur bis 16:00 ging. Es war trotzdem echt schön.
Am Sonntag sind dann die Kinder von ihren Ferien wieder gekommen und heute mussten wir das erste mal unterrichten. Wir haben uns dazu entschieden im Laufe des Monats einfach über verschiedene Länder zu reden, damit die auch mal was vom Rest der Welt mitbekommen. Ich glaube kaum, dass die Erst- und Zweitklässler irgendetwas davon aufgenommen haben, was ziemlich deprimierend und auch anstrengend war. Bei den Dritt- und Viertklässlern lief es da schon ein bisschen besser, aber wir gucken jetzt einfach mal, wie die Woche so läuft.

We have finally been to Mysore over the weekend. Once on Friday together with wardenma’am (yes, that’s what she is called) who is taking care of the children here and again on Saturday with some friends.
With wardenma’am it was a little bit difficult. So we went to Mysore Palace which is really nice and afterwards we walked along some shopping streets because Ava and I had said that we wanted to buy some clothes etc. However, while we were thinking about just having a look around and buy something if we see something nice, she had the impression that we really had to buy something. That was a little exhausting and when we could convince her from the opposite it was already time for lunch to which the owner of the school (or something like that) invited us.
That really brightened our mood because he actually talked to us in comparison to most other people in charge here who just talk among themselves and then tell us the plan right before it’s happening. It sometimes makes us feel like little kids that have no idea on what’s going on.
We had this feeling again on Saturday, when wardenma’am came to the city with us again and wouldn’t leave until we had met our friends which unfortunately took a little longer than planned. We hope that maybe this Saturday we will be allowed to go to the city all by ourselves.
The other volunteers took us to Adil & Azam who have a little shop at the market. It has been a meeting point for ICDE-volunteers for years and after a cup of chai on the house, the stressful morning was off our minds.
After we bought tons of fruits from the market, we went to the zoo where we felt like an exhibition ourselves, when a father asked us if we would take a picture with his daughter. The zoo itself was really nice but unfortunately Ava and I had to leave earlier because our Out-Pass (which allowed us to go to the city) only lasted till 4 pm. Still, it was a very nice day.
Sunday, the kids came back from their holidays and today we had to teach for the first time. We decided to take this month to talk about different countries, so that the kids will hear something from the rest of the world (- they really have no idea). I don’t think the first and second graders took away too much from it, which is quite depressing and exhausting. It went a little bit better with the third and fourth grader though but we will see how it goes during the week.


Montag, 25. August 2014

Es geht los! - So langsam dann mal wirklich...

Wir haben endlich einen Plan, was wir hier machen sollen, also so grob... immer noch bisschen ungenau... eigentlich ist es, was auch immer wir wollen... :)
Also, der Plan ist zunächst einmal, dass wir beide im September jeden morgen zwei Klassen für jeweils 1,5 Stunden unterrichten sollen – das Fach können wir uns aussuchen. Nachmittags sind wir dann wieder für eine Stunde noch im Kindergarten.
An sich nicht schlecht, ein bisschen Angst hab ich aber trotzdem, weil ich einfach mal eben alleine eine Klasse übernehmen soll. Vor allem sind wir eher wie Freunde und spielen mit denen fangen und jetzt muss ich die auf einmal mit Mathe quälen. Wir wollen natürlich einen möglichst collen Unterricht gestalten, aber wie macht man das eigentlich?
Um uns das zu überlegen haben wir allerdings noch ein langes Wochenende, da alle Schüler am Mittwoch übers Ganesha Festival nach Hause fahren. Ich bin mal gespannt wie das so wird.
Im Oktober, wenn die Schüler Ferien haben, können wir leider nicht wie geplant den Süden Indiens bereisen, sondern wir unterrichten in Straßenkinder in einem Projekt hier in der Nähe. Auf der einen Seite finde ich das echt cool, angesichts der Tatsache, dass wir uns hier ja ein wenig überflüssig vorkamen, andererseits müssen wir mal gucken, wie wir jetzt unsere ganzen Reisepläne unterkriegen. Hinzu kommt, was zwar verständlich aber unpraktisch ist, dass die Headmistress nicht will, dass wir als Mädchen alleine reisen. Wir müssen uns also irgendwoher noch jemanden suchen. Aber das hat ja noch Zeit.
Was die Kinder angeht, sind die alle echt super – zwar manchmal anstrengend aber im allgemeinen echt lieb. Gestern Abend sind sogar die Senior Jungs gekommen, die sich sonst eher zurück gezogen hatten, und haben ein Lied gesungen – wir hatten einen Deal mit den Kleinen, wir singen ein deutsches Lied und dafür musste jeder von ihnen auch ein Lied singen. Das war echt lustig, ich wünschte ich hätte es für euch aufnehmen können. Die Chancen stehen aber jedenfalls ganz gut, dass das hier doch noch ein zu Hause für uns wird.

We finally have a plan about what we are going to do, well roughly… pretty vague… it’s basically whatever we want… :)
Well, for now the plan is that, starting September, each of us will teach two groups of students 1,5 hours in the morning each – basically in whichever subject we like. In the afternoon we will be in the kindergarten for one hour.
It doesn’t sound too bad but I’m still a little nervous because they simply put me in front of an entire class, just like that. It’s also kind of weird because we are rather friends to the students and we play catch with them in the afternoon and now we have to annoy them with math. Of course we will try to make it a little fun but how do you even do that?
Well, at least we have a long weekend to think about that because all the students will go home on Wednesday for the Ganesha Festival. We’ll see how everything goes.
Bad news is that in October, when the kids have holiday, we can’t go traveling the south as planned because we will be teaching kids from the streets, in a project nearby. On one hand it’s cool because it’s what we thought we would be doing in the first place; on the other hand we now have to see how we can manage all our traveling plans. Furthermore, the headmistress doesn’t want us, two girls, to travel alone which is understandable but now we have to find someone to travel with us or something like that. But there is still some time to figure that out.
About the kids, they are really great – sometimes a little difficult to handle but all in all very nice. Last night even the senior boys, who usually kept to themselves, came to us to sing a song – we had a deal with the little ones that we would sing a German song and then they had to sing a song as well. It was so much fun, I wished I could have recorded it for you guys but either way there is a chance of this becoming something like a home to us.

Donnerstag, 21. August 2014

Hm...

Wir sind also im Projekt angekommen und es gibt sogar W-Lan – schlechtes, aber immerhin. Im Moment geht es uns ganz gut, aber schon in den ersten drei Tagen hier hatten wir einige Hoch und Tiefs. Direkt bei unserer Ankunft waren wir zunächst sehr positiv von der Anlage überrascht, die wirklich sehr schön ist und der erste Kommentar war, dass man hier ja genauso gut Urlaub machen könnte.
Wir haben hier zusammen ein Zimmer – neuerdings auch mit Tür und anschließender „Dusche“, was wirklich sehr nett ist, da wir jetzt nicht jeden Morgen über den Campus laufen müssen und nicht mehr im Schlafanzug mit „Good morning, Ma’am“ angesprochen werden. Es ist so schon irgenwie seltsam mit Ma’am angesprochen zu werden, von Kindern die kaum jünger sind als wir.
Die erste Ernüchterung kam Dienstag morgen, als wir zu den Kindergartenkindern gegangen sind, um dort zu helfen, denn wir hatten einfach gar nichts zu tun – auch wenn die Kinder echt süß sind. Da werden wir jedoch wahrscheinlich eh nur diese Woche sein, da die anderen Jahrgänge gerade alle Klausuren schreiben und da noch weniger zu tun wäre.
Wir haben uns also wieder etwas Mut zugesprochen und sind am Mittwoch möglichst unvoreingenommen gegnüber den Lehrmethoden in den Kindergarten gegangen. Nach den ersten Unsicherheiten am Dienstag sind wir jetzt auch nicht mehr die fremden Weißen was sehr angenehm ist. Die Kinder schenken uns immer mehr vertrauen und sie haben sich riesig über die Kaubonbons mit Tattoos gefreut, die ich mitgebracht hatte (danke Stefan ;)).
Nach dem Abendessen sind dann ganz viele Kinder auf uns zugekommen und haben alle möglichen Fragen gestellt und ob wir auch bei ihnen sein würden, was uns nochmal neue Motivation gegeben hat.
Alles in allem müssen wir uns zwar wahrscheinlich von dem Gedanken verabschieden, der „Retter in der Not“ zu sein, aber wir versuchen es mehr und mehr einfach als kulturellen Austausch zu sehen und es ist doch gar nicht so schlecht, wenn die Kinder hier schon etwas früher von anderen Kulturen hören, oder?... :)



So we arrived at the project and there is even wifi – it’s not that fast but still better than nothing. We are doing fine at the moment but there already have been some ups and downs during our first three days here. At our arrival we were pleasantly surprised by the appearance of the campus because it looks as it could be a holiday resort.
The two of us share a comfortably sized room – now also including a door and a shower en suite, which is really nice because now we don’t have to cross the entire campus in the morning and we won’t be called “Ma’am”, wearing our pajamas. Already in normal circumstances it is kind of weird being called Ma’am by kids who aren’t that much younger than us.
The first disenchantment came Tuesday morning, when we went to the kindergarten children to help because there really wasn’t anything to do – even though the kids are really cute. We are just going to be there for one week, however, anyways because the other students have exams going on this week and there would be even less to do.
So we tried to encourage each other a little bit and went back to kindergarten on Wednesday, trying to be as unbiased towards the teaching methods, as possible. The first insecurities from Tuesday are slowly fading and we are not the white strangers anymore. They trust us more and more and they really liked the candy I had for them with tattoos inside.
After dinner there were also many kids surrounding us, asking us all kinds of questions and also when we would come to their classes which really motivated us.
All in all we will probably have to say goodbye to the thought of being the “knight in shining armor” but we try to see it as a cultural exchange and if the only thing we do is tell Indian kids about Germany and the rest of the world, it wouldn’t be too bad either, right?... 
:)
P.S.: Sorry, my English is terrible :/

Sonntag, 17. August 2014

Es geht los!

Orientation Camp ist ja schön und gut und ich hatte wirklich eine schöne Woche hier, aber nachdem ich jetzt offiziell in Indien registriert bin und vom Gründer des ICDE Indias bei einem Abendessen in einem schicken Hotel willkommen geheißen wurde, kann es jetzt auch gerne endlich losgehen.
In einer halben Stunde fahren wir also nach Mysore. Diejenigen, die in Gastfamilien leben werden, werden erst einmal dort hingebracht. Ava (eine Mitfreiwillige) und ich werden uns jedoch im Projekt ein Zimmer teilen und können somit schon bald sehen, wo wir unsere nächsten 12 Monate verbringen werden.
Da wir die ersten Freiwillign in dem Projekt sind, sind die Informationen bisher eher sperrlich und so weiß ich auch nicht, wann ich das nächste mal Internet haben werde. Ich melde mich sobald wie möglich.

We all had a great time at Orientation Camp but after I am now officially registered in India and the founder of ICDE India welcomed us during a dinner in a nice hotel, I'm ready for the actual part of my year here to begin.
In half an hour we are going to go to Mysore. Those of us who stay at host families will be dropped off there. Ava (another volunteer here) and I however, will be staying directly at the project so we will soon be where we will spend the next 12 months of our lives.
Since we are the first volunteers at this project, we haven gotten too much information which is why I also don't know when I will have wifi again. You will hear from me as soon as possible.

Dienstag, 12. August 2014

Zwei Posts in zwei Tagen?! - Two posts in two days?!

Nach dem kurzen Eintrag von gestern dachte ich, ich melde mich heute nochmal mit ein paar mehr Infos zu wo wir hier sind.
Also wir sind hier in Zweierzimmern mit eigenen Bädern (-und westlichen Toiletten (!)) untergebracht. Es gibt dreimal am Tag warmes Essen, das die meisten von uns mittlerweile nicht nur einhändig sondern auch ohne Besteck essen. So ganz haben wir den Dreh aber noch nicht raus. Während wir in unserem Essen rumpampen, sieht das bei den ICDE Leuten geradezu elegant aus, aber wir haben unseren Spaß dabei und das Essen ist echt lecker.
Die gesamte Anlage ist echt nett. Es gibt sogar einen Pool. Der liegt zwar direkt am Grundstückrand neben einer nicht gerade hohen Mauer aber ich war dann gestern nach anfänglichen Bedenken doch mit T-Shirt schwimmen.
Der Lieblingsort der meisten Freiwilligen hier scheint aber doch noch die Wlan-Ecke zu sein (das Signal ist nicht allzu stark, deshalb nur eine Ecke) und viele skypen und bloggen die ganze Zeit.
Heute war dazu aber weniger Zeit weil das Programm angefangen hat. Das ging, abgesehn von kurzen Pausen, den ganzen Tag über. Es war zwar interessant aber dann doch ziemlich ermüdend vor allem wenn man daran denkt, dass morgen um 6:30 Uhr Yoga ist – für die, die sich gerne so früh aus dem Bett quälen aber ich freu mich trotzdem drauf.

Since my last post was pretty short I thought I would let you know a little bit about this place here.
Always two people share a room which has a bathroom en suite (-with western toilets (!)). We are being served warm food three times a day, which most of us now not only eat one-handed but without cutlery. We haven’t quite figured it out and while we look like little kids playing with their food, the ICDE guys actually look elegant doing it but it’s still a lot of fun.
The resort is really nice. It even has a pool. It lies right next to a little street and there is only a small wall to block any views but after some hesitation I went swimming yesterday, wearing a t-shirt over my bikini.
The favorite place of most volunteers however still is the wifi area and many are skyping and blooging a lot of the time.
Today though there wasn’t a lot of time for that because the program started which, with the exception of a few short breaks, took all day. It was really interesting but also tiring especially when you have in mind that yoga starts at 6:30 tomorrow morning - it’s voluntarily but I think I might actually try it.


Montag, 11. August 2014

Gut angekommen :)

Hallo,
ich nehme mir jetzt doch mal die Zeit einen Blogeintrag zu schreiben  - das wird nicht allzu regelmäßig der Fall sein ;)
Ich bin also heute morgen um halb zwei in Bangalore gelandet. Der neunstündige Flug verging doch schneller als gedacht und war aufgrund des freien Sitzplatzes neben mir ziemlich entspannt.
Vorm Flughafen wurde ich dann von einem Mitarbeiter des ICDE in Empfang genommen der mich dann zum Orientation Camp gebracht hat. Nach einer recht schweigsamen Fahrt bin ich gegen fünf Uhr im Resort Ivyrossa angekommen, wo ich dann endlich schlafen konnte.
Um zehn Uhr hab ich mich dann aber doch aus dem Bett gequält und bin mit meiner Zimmernachbarin frühstücken gegangen – einhändig wohl gemerkt, was doch schwerer war als gedacht.
Mittlerweile sind auch die meisten anderen angereist, mit dem Program geht es aber trotzdem erst morgen los und so sitzen diejenigen, die nicht schlafen, im Schatten und updaten ihre Blogs.
So wirklich viel zu erzählen gibts also noch nicht, aber ich versuche mich bald wieder zu melden.

Hello,
so I actually took the time to write a blog – probably won’t happen too often ;)
My plane landed in Bangalore this morning at two o’clock. The nine-hour-long flight was over pretty fast and it was quite relaxed because the spot next to me wasn’t taken.
An employee of the ICDE picked me up at the airport and drove me to my Orientation Camp. We arrived at the resort Ivyrossa at about five o’clock where I went straight to bed.
At ten o’clock however I got up to get breakfast together with my roommate – eating only right handed is even more difficult than expected but I guess I’ll get used to it.
By now the others have arrived as well, the program however doesn’t start until tomorrow and so everyone who isn’t sleeping is at their laptop updating their blogs.
As you can tell, there isn’t really a lot to talk about for now but I’ll try to keep you updated.